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E.-Wi. Rahe: Ein Hüllhorster im Landtag

 

Achim Post für Minden-Lübbecke im Bundestag

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Bernd Rührup (Hüllhorsts Bürgermeister)

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Die Fraktion vor Ort - Informationen und Fakten werden diskutiert

Besichtigung einer Bio-Gas-Anlage

Hüllhorster SPD-Fraktion informierte sich über Biogas-Anlagen

Wärmeenergie für viele Haushalte nutzbar machen

Belastungen vermeiden, Bürger beteiligen, regenerative Energie nutzen

Zur Vorbereitung der bevorstehenden Entscheidung im Planungs- und Umweltausschuss am kommenden Donnerstag (27.1.2011) verschaffte sich die Hüllhorster SPD einen konkreten Einblick in die Arbeitsweise einer Biogas-Anlage im benachbarten Bünde.

Im Mittelpunkt der Besichtigung standen dabei Fragen der Anlagensicherheit, des Emissionsschutzes, der ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Landwirtschaft sowie der Akzeptanz durch die Anwohner in der Nachbarschaft.

 

Bei einer Führung erläuterte Landwirt Friedrich Oebke, der seit 2006 die Anlage in Bünde-Spradow betreibt, dass täglich rund 16 Tonnen Mais, 2,5 Tonnen Hähnchenmist und 5 Tonnen Rindermist zu Biogas verarbeitet werden.
Er selbst nutzt auf seinem 300 Hektar großen Hof rund 80 ha um 4.000 t Mais für die Biogas-Anlage zu produzieren.
„Damit haben wir auf unserem Hof auch eine sinnvolle Fruchtfolge sichergestellt, um unsere Böden zu schützen“, betonte Oebke mit Blick auf die Kritiker solcher Anlagen, die landwirtschaftliche Monokulturen befürchten. Rund 1.000 t Mais werden von den umliegenden Landwirten hinzugekauft.

 

350 kW Strom und 400 kW thermische Energie pro Stunde liefert ein Motor mit Generator, der durch das Bio-Gas betrieben wird. An das umliegende Wärmenetz von ca. 1 km Länge sind rund 15 Häuser angeschlossen, die zu einem günstigen Preis mit Wärmeenergie versorgt werden.

Die Mais-Anlieferung beschränkt sich auf etwa eine Woche im September zur Einlagerung während der Erntezeit. Ansonsten liefern rund zwei Fahrzeuge in der Woche die weiteren Bestandteile für die Bio-Masse. Hinzu kommt die Ausbringung der Reststoffe zur Düngezeit im Frühjahr und im Herbst.

 

Die SPD-Fraktion konnte sich selbst ein Bild davon machen, dass sich die Lärm- und Geruchsbelästigungen, die von einer solchen Anlage ausgehen, sehr in Grenzen halten und die üblichen Emissionen eines landwirtschaftlichen Betriebes nicht überschreiten.

Im Gegenteil: Die Reststoffe aus der Biogas-Anlage, die als Dünger aufgebracht werden, erzeugen geringere Geruchsbelästigungen, als die bisherige Gülle-Düngung.

 


Sie begutachten die Technik

Bei einer anschließenden Fraktionssitzung ließ sich die SPD vom Mitinvestor Stefan Blöbaum die geplante Biogas-Anlage in Tengern erläutern.

Hier soll zunächst eine Anlage in einer Größe von 250 kW entstehen, die in der Endstufe auf 500 Kilowatt ausgeweitet und mit einem zweiten Blockheizkraftwerk im Gewerbegebiet Schnathorst/Tengern betrieben werden soll.

SPD-Fraktionsvorsitzender Frank Picker begrüßte es, dass die Projektplaner Dieter Unferferth, Stefan Blöbaum und Friedrich Siekmeyer frühzeitig das Gespräch mit den Anliegern der künftigen Anlage geführt haben und offensichtlich auf Akzeptanz gestoßen sind.

 


Faszinierende Technik - was ist mit der Sicherheit?

„Uns ist es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürgern bei solchen Objekten frühzeitig in die Planungen einbezogen werden“, so Picker.

Die SPD-Fraktion informierte sich über die Sicherheitsvorkehrungen bei einem möglichen Störfall, insbesondere über die Maßnahmen zum Gewässerschutz. „Hier müssen wir hohe Auflagen der Genehmigungsbehörde erfüllen“, so Blöbaum, der in der Diskussion auch das Sicherheitskonzept erläuterte.

Frank Picker wies darauf hin, dass die Mehrkosten für den Wegebau zur geplanten Anlage von den Betreibern zu tragen sind. Die Gemeinde werde lediglich die Mittel einsetzen, die für die Deckenerneuerung am Standort ohnehin vorgesehen waren und nur mit Blick auf die aktuellen Planungen verschoben wurden.

 

„Nach dem bisherigen Sachstand wird die SPD-Fraktion den Planungen für eine Biogas-Anlage zustimmen“, so Frank Picker im Anschluss an die Beratungen.

Die SPD verbinde dies aber mit der Bitte, dass sich die Gemeinde und die Betreiber der Anlage gemeinsam bemühen, möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern in der Umgebung die Möglichkeit zu verschaffen, die preisgünstige Fernwärme nutzen zu können.

„Das nutzt den Haushalten, steigert die Energieeffizienz und dient damit der Umwelt sowie der Wirtschaftlichkeit“, so der Fraktionschef. Die Hüllhorster Sozialdemokraten werden auf jeden Fall mit Investoren sowie mit den Bürgerinnen und Bürgern im Gespräch bleiben, um freie Fernwärmemengen für die Haushalte nutzbar zu machen.

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