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E.-Wi. Rahe: Ein Hüllhorster im Landtag

 

Achim Post für Minden-Lübbecke im Bundestag

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Bernd Rührup (Hüllhorsts Bürgermeister)

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"Wenn die Straße jünger wird"...

Gesellschaft

Andreas Homburg bei seinem engagierten Vortrag; auch kleine Scherze zwischendurch sorgten für beste Stimmung

Demografische Entwicklung zeigt sich auch in Hüllhorst –
Förderprogramm „Jung kauft Alt“ bietet eine gute Möglichkeit der Gegensteuerung

„Man muss auch Leute finden, die aufs Land wollen“

Mit dem Förderprojekt „Jung kauft Alt“ sei nicht gemeint, dass die Jungen alte Leute aufkaufen, begann Andreas Homburg vom Amt für Gemeindeentwicklung und Wirtschaftsförderer in der Gemeinde Hiddenhausen seinen Vortrag schmunzelnd.
Gemeint sei vielmehr das Erfolgsprojekt der Hiddenhauser Gemeinde, das 2007 startete: junge Leute, ob alleinstehend mit und ohne Kinder, erhalten von der Gemeinde einen Zuschuss, wenn sie alte Häuser in einem der 6 Ortsteile von Hiddenhausen kaufen.

SPD Gemeindeverbandsvorsitzender Reinhard Wandtke konnte am Mittwochabend rund 30 Gäste in der Wiehentherme begrüßen, die sich das Förderprogramm in allen Einzelheiten beschrieben ließen, schließlich wolle man auch so ein Förderprojekt in Hüllhorst installieren.

Bürgermeister Wilhelm Henke schlug in seinem Statement die Brücke zur Gemeinde Hüllhorst und betonte, „auch wir müssen uns Gedanken machen, wie wir in Zukunft leben wollen. Wir haben schon bei den bis zu 18jährigen Mitbürgern einen Rückgang von 25% und bei den älteren ab 25 Jahren ein Plus von mehr 25% der Bevölkerung. Immer mehr Häuser stehen leer; gerade auch in Ortskernnähe. Egal, wie in Hüllhorst ein Förderprojekt aussehen könne, in der nächsten Haupt- und Finanzausschusssitzung werde man das Projekt beraten, kündigte Henke an. Mittlerweile gibt es unter dem Motto „Jung kauft Alt“ bereits nahezu identische Projekte in Rahden und Hille. Auch die Lübbecker SPD startete den Versuch. Die Gemeinde Hiddenhausen hat es beispielhaft vorgemacht: über einen Zeitraum von 6 Jahren werden junge Leute finanziell unterstützt. So bekommen sie zum Beispiel 600 Euro für das Erstellen eines Altbaugutachtens und einen jährlichen Zuschuss von 300 Euro, der sich pro Kind so lange erhöht, bis die Förderhöchstsumme von 1.500 Euro erreicht sei, beschrieb Homburg den finanziellen Rahmen. Doch wichtig sei vor allem, dass sie mittlerweile die gesamte Infrastruktur haben verbessern können:
  • neue Einkaufsmöglichkeiten wurden geschaffen,
  • die Öffentlichen Verkehrsmittel erweitert,
  • Familien konnten nicht nur gehalten werden,
  • sondern haben sich dort angesiedelt,
  • es wurden mehr Kinder geboren, als alte Menschen gestorben seien
  • und vieles mehr.
Für Wandtke und Henke beeindruckend war vor allem, dass über alle Parteigrenzen hinweg die Fortsetzung des Förderprogramms in Hiddenhausen einstimmig bejaht wurde. So wurden 2007 zunächst 20.000 Euro in den Haushalt eingestellt, 2009 waren es bereits 82.000 Euro. Moderator der Veranstaltung, Ernst-Wilhelm Rahe, nahm aus dem Publikum zahlreiche kritische Fragen entgegen, die Homburg beantwortete:
  • Was machen Sie, wenn Ihre Gemeinde in die Haushaltssicherung käme?
  • Welches Alter meinen Sie, wenn Sie von jungen Leuten sprechen?
  • Entsteht durch dieses Programm nicht ein gewisser Druck auf die Alten, ihre Häuser verkaufen zu müssen?
  • Ist die Renovierung und Sanierung wirklich kostengünstiger als der Bau eines neuen Hauses?
Homburg zeigte verschiedene Wege des Konzeptes auf, die in Hiddenhausen zum Erfolg geführt haben; und das, obwohl Hiddenhausen die kleinste Gemeinde NRWs sei. Rahe betonte abschließend: „Ich hoffe, dass ein solches Projekt nicht in die mühlenkreisparteipolitische Auseinandersetzung gerät. Ein solches Zukunftsprogramm sollte möglichst einvernehmlich gestartet werden.“ Zum Dank für den informativen Abend erhielt der Hiddenhauser Wirtschaftsförderer eine typische ostwestfälische Wurstplatte vom Hof Oevermann. Auch diese Geste sorgte bei den Zuhörern für gut gelaunte Stimmung. Das Hiddenhauser Förderprogramm als pdf.-Datei finden Sie hier. Zu den Kontaktdaten von Andreas Homburg gelangen Sie hier über einen Klick oder Sie gehen direkt auf "Materialien" in der linken Bannerleiste.