Grundschule wirklich weiterdenken

Veröffentlicht am 18.10.2021 in Allgemein

Hüllhorst zum attraktivsten Bildungsstandort im Altkreis Lübbecke weiterentwickeln

„Grundschule weiterdenken“ – so lautete 2018 der Impuls der Grundschulleitungen, mit dem die Diskussion um die Grundschulstruktur in der Gemeinde Hüllhorst eingeleitet wurde.

„Grundschule wirklich weiterdenken“ ist aber eine Aufgabe, die weit über Standortfragen hinausgeht.

Mit diesen Worten haben wir als SPD am 21. September 2021 einen offiziellen Antrag an die Gemeinde Hüllhorst gestellt. Darin haben wir deutlich gemacht, dass die Grundlage für die Zukunftsfähigkeit der Bildung in Hüllhorst über die Frage nach der Anzahl der Standorte hinausgehen muss. Gleichzeitig sind und waren wir stets der Überzeugung, dass die Standortfrage nicht Inhalt kommunalpolitischer Wahlkämpfe sein durfte und wieder sein darf.

Unter Federführung unseres Landtagsabgeordneten Ernst-Wilhelm Rahe haben wir ein 10-Punkte Papier erarbeitet. In diesem zeigen wir auf, welche pädagogischen Konzepte für weitere Schritte in der Grundschulentwicklung eingehalten werden müssen, um den zukünftigen Anforderungen zu genügen.

Wir freuen uns, dass auch die Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen unseren Antrag gutheißen und die dort aufgelisteten Punkte gemeinsam präzisieren möchten.

Wir rufen daher alle demokratischen Parteien dazu auf, über die eigenen parteilichen Grenzen hinauszusehen. In gemeinsamen Sitzungen und Beratungen mit Expertinnen und Experten müssen wir eine einheitliche Linie finden. Eine erneute Aufteilung mit unterschiedlichen Wissensständen muss unbedingt vermieden werden. Das von uns erarbeitete 10-Punkte Papier sollte zusammen besprochen, bearbeitet und gemeinsam präzisiert werden. Nur so können wir dieses überragend wichtige Zukunftsthema zum Wohle aller kommender Generationen endlich lösen.

 

Lernen in guter Atmosphäre – 10 Punkte für den attraktivsten Bildungsstandort

Beste Bildung, gute Betreuung, individuelle Förderung, kindgerechte Pädagogik und die Unterstützung von Familien: Das sind die Ziele für eine Grundschulstruktur, die an unterschiedlichen Schwerpunkten ausgerichtet sowie an einem oder an verschiedenen Grundschulstandorten realisiert werden können:

1. Ab 2026 soll ein bundesweiter Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter gelten. Für die Schulentwicklungsplanung sind dabei die unterschiedlichen Bedarfe der Hüllhorster Familien sowie pädagogische Gesichtspunkte in der Angebotsstruktur zu berücksichtigen. So könnten an einem oder an mehreren Standorten unterschiedliche Angebote entwickelt werden.

a. Offener Ganztag b. Teilgebundener Ganztag c. Gebundener Ganztag

2. Neben dem Ganztagsangebot ist auch der Bedarf an zusätzlicher Randzeitenbetreuung am frühen Morgen, über die Mittagszeit bis zum späten Nachmittag zu berücksichtigen.

3. Elementarer Bestandteil der Ganztags- und Randzeitenbetreuung ist das Angebot einer gesunden Verpflegung. Für den Betrieb einer schuleigenen Mensa sind hierfür auch die baulichen Voraussetzungen zu treffen.

4. Gute Schulmodelle setzen die erfolgreiche Arbeit der Kita-Familienzentren auch in der Grundschule als Familienzentrum fort um den wachsenden Herausforderungen an den Familienalltag zu begegnen.

5. Eine erfolgreiche Schullaufbahn und eine individuelle Förderung aller Kinder mit ihren unterschiedlichen Lerntempi zeichnen sich durch ein erfolgreiches Übergangsmanagement aus. Zum pädagogischen Konzept gehört daher ein guter Übergang von der Kita in die Grundschule und von dort aus in die weiterführende Schule.

6. In allen angedachten Schulformen und Standorten muss die Inklusion von Kindern mit Behinderungen sowie die Integration von Kindern mit geringeren Sprachkenntnissen und eigener kultureller Identität konzeptioneller Bestandteil der pädagogischen Arbeit sein.

Hierzu gehört auch, die räumlichen Voraussetzungen für differenzierten Unterricht und individuelle Schulassistenzen zu schaffen.

7. Die Schulsozialarbeit ist ein wichtiger Bestandteil einer interdisziplinären pädagogischen Arbeit in der künftigen Schulstruktur der Gemeinde Hüllhorst.

8. Außerdem ist durch ein Kinderschutzkonzept sicherzustellen, dass Kinder jederzeit Ansprechpartner*innen finden, um persönliche, schulische oder familiäre Probleme anzusprechen und ggf. Hilfen zu vermitteln.

9. Die Grundschule der Zukunft ist digital. Auch außerhalb von Pandemiezeiten müssen digitale Unterrichtsformen und die Förderung nach dem Medienkompetenzrahmen NRW grundlegender Bestandteil der pädagogischen Konzeption sein. Hierzu gehört auch die Befähigung von interessierten Schülerinnen und Schülern, als Medienscouts tätig zu werden.

10. Erfolgreiche Schulmodelle in unterschiedlicher pädagogischer und räumlicher Ausrichtung können Vorbild für die Ausgestaltung der Hüllhorster Grundschullandschaft (auch an mehreren Standorten) sein.

Stichworte hierzu sind: jahrgangsübergreifende/jahrgangsgemischte Klassen, naturverbundener Unterricht, inhaltliche Schwerpunktsetzungen (musisch, sprachlich, sportlich, technisch/mathematisch…) etc.

 

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